Nahverkehrsplan - Mobilitätskonzept für die Zukunft

Sind die Busse genügend ausgelastet? Benötigen wir neue Verbindungen? Wie entwickelt sich die Bevölkerung im Kreis, und welche Wünsche und Anforderungen an den ÖPNV haben unsere Kunden und die Politik ? Welche Veränderungen bei den Linienführungen planen der RMV und die anderen angrenzenden Nahverkehrsorganisationen? Wie lässt sich das alles finanzieren? Solche und ähnliche Fragen stellt sich die kvgOF bei der Erstellung eines Nahverkehrsplans (NVP).

Als Aufgabenträgerorganisation sind wir als lokale Nahverkehrsorganisation nach dem Hessischen Gesetz zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNVG) zur Ausarbeitung eines Nahverkehrsplans für den Kreis Offenbach verpflichtet. Der NVP soll das gegenwärtige Streckennetz, den Zustand der Haltestellen, Angebotsmengen und Qualitätsstandards im Nahverkehr prüfen, Vorzüge herausarbeiten und Defizite aufzeigen. Aus der Analyse und unter Berücksichtigung der Verkehrsentwicklung als auch der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel entsteht ein umfassendes Konzept, das die Weichen für die Entwicklung des lokalen Nahverkehrs in den Städten und Gemeinden für die nächsten Jahre stellt. Dabei soll der NVP die Mobilität im Kreis Offenbach auch in Zeiten knapper Finanzressourcen sicherstellen.

In den Jahren 2014 und 2015 wurde intensiv am NVP für die Jahre 2016 ff. gearbeitet. Dabei standen die Wirtschaftlichkeit sowie die Zukunftssicherung der Mobilität im Kreis Offenbach im Vordergrund. Ein weiteres Ziel war es, die Linien schneller und attraktiver zu machen und damit neue Kunden zu gewinnen. Sie können sich das Ergebnis die Arbeit anschauen und sich gerne auch ihre eigenen Überlegungen hierzu machen. Denn der nächste Nahverkehrsplan wird voraussichtlich für die Jahre 2021 ff. erarbeitet werden, und unsere Arbeiten hierzu fangen bereits Jahre vorher an.

Übrigens: Im Jahre 1997 wurde der erste NVP für den Kreis Offenbach erstellt. Dieser modifizierte in Maßen Änderungen am Busnetz, das maßgeblich im Nahverkehrsplan 2003-2008 - verlängert bis 2011 - erstellt wurde. Die Planung war entscheidend auf die zentralen Umsteigepunkte der Rodgau-S-Bahnlinien ausgerichtet, die 2003 eröffnet wurden.

 

Download des Nahverkehrsplan 2016 ff (NVP) des Kreises Offenbach

Download des Nahverkehrsplan 2016 ff (NVP) des Kreises Offenbach mit Anlagen

Download des Nahverkehrsplan 2011 - 2015 (NVP) des Kreises Offenbach 

 

 

Kreativ planen

Zukunftsaussichten

Das Thema Mobilität besitzt in einer dicht besiedelten Region, wie dem Ballungsraum Rhein-Main, große Bedeutung, sowohl für den privaten Bedarf als auch für die wirtschaftliche Nutzung. Allerdings spielt die Finanzierbarkeit gerade im Personennahverkehr eine immer wichtigere Rolle. Das erfordert ein hohes Maß an kreativer Planung, um Kundenwünsche und vertretbare Kosten miteinander zu vereinen.

Bleibt alles anders: Rahmenbedingungen beim RMV

Die kvgOF ist einer der lokalen Partner im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Derzeit evaluiert der RMV eine neue Tarifstruktur für Städte und Landkreise. Für den Fahrpreis zählt dann vorwiegend die tatsächlich zurückgelegte Strecke, und nicht mehr das Tarifgebiet. Diese Änderung startet 2015 zunächst einmal als Pilotprojekt auf Smartphones, soll in den nächsten Jahren dann verbundweit umgesetzt werden.

Desgleichen wird das elektronische Fahrgeldmanagement weiter vom RMV vorangetrieben. Neben Jahreskarten wurden 2015 bereits erste Monats- und Wochenkarten als eTickets ausgegeben. Ziel wird es in den kommenden Jahren sein, das bargeldlose Bezahlen und die automatische Auswahl des günstigsten Tarifs für den Kunden einzuführen.  

Auch die geplante Neudefinition von regionalen und lokalen Verkehren im RMV-Gebiet wird sich auf die Planung und Finanzierung der Busverkehre im Kreis Offenbach auswirken.

Neue Kunden, neue Bedürfnisse

Der demographische Wandel und die „Alterspyramide“ werden Angebot und Nachfrage im ÖPNV in den kommenden Jahren erkennbar beeinflussen – auch im Kreis Offenbach. Laut heutiger Prognosen bleibt die Einwohnerzahl bis zum Jahre 2020 auf aktuellem Niveau, allerdings wird die Anzahl der Menschen unter 20 Jahren merklich zurückgehen, während deutlich mehr Senioren im Kreis leben werden.

Dementsprechend müssen wir ältere Menschen als Kunden gewinnen, während trotz sinkender Schülerzahlen die Beförderung der Schüler sicherzustellen ist.  

Auch Berufspendler will die kvgOF mit attraktiven Schnellbuslinien als Kunden ansprechen.

Einfach nah: Dialog auf vielen Ebenen 

So unterschiedlich die Kunden, so unterschiedlich sind auch deren Kommunikationsbedürfnisse. Neben der bewährten persönlichen Ansprache in unserer Mobilitätszentrale und Vorverkaufsstellen setzen wir deshalb zunehmend auf moderne Medien wie das Internet als auch das Smartphone bei der Kundenkommunikation. Hier zählt vor allem die Schnelligkeit einer Information, z.B. zu Abfahrtszeiten der Busse direkt an der Haltestelle via Smartphone.

Intelligente Kombinationen: Bus, Bahn, E-Bike & Co.

Wie bundesweit, so werden auch die Bewohner im Kreis Offenbach zukünftig neue Mobilitätsbedürfnisse haben: Unterschiedliche Anlässe, Tageszeiten und Verfügbarkeiten von Verkehrsmitteln entscheiden darüber, welche Verkehrsmittel gewählt oder individuell kombiniert werden. Auch aktuelle Entwicklungen spielen eine Rolle: Begrüßenswerte Neuerungen wie Elektromobilität oder organisierter Fahrradverleih haben unmittelbaren Einfluss auf die Nutzung des ÖPNV.

Auf diese Entwicklungen wird die kvgOF bei Bedarf konkret reagieren. Flexibel, ökonomisch, kundengerecht – so soll das Angebot der Zukunft sein.

Räumliche Vernetzung

Verkehrswünsche enden weder an Stadt- oder Kreisgrenzen noch beschränken sie sich auf einzelne Verkehrsmittel. Deshalb wird sich die kvgOF im Bus- und Bahnverkehr auch weiterhin mit den benachbarten Kreisen abstimmen. Damit Sie optimal ans Ziel kommen.